Wer hat in seiner Kindheit nicht gerne "Schule" gespielt? Kreide, eine kleine Schiefertafel und ein paar Kinder, die die "Aufmüpfigen" spielten... 
Heinz Rühmann in der "Feuerzangenbowle" spielte seine Rolle brillant, setzte den eingefahrenen Strukturen ein amüsantes Denkmal.
"Wahr sind die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden." (Schlusssatz aus Feuerzangenbowle)
Unsere Schule braucht neue Herangehensweisen, solche, die in der Zeit des permanenten Informationsflusses Beständiges schafft, nämlich anwendungsbereites Wissen, auf das man aufbauen kann, Werte, die eine Grundlage für eine zukunftsorientierte Lebensgestaltung bilden und Positionen, die die Gesellschaft tragen und weiter demokratisch entwickeln. All das sind Prozesse, die eine lange Entwicklungszeit brauchen, die die Arbeit eines Lehrerteams beinhalten, welches verantwortungsbewusst und behutsam das Schulleben gestaltet.
Das Projekt setzt das Vertrauen in die Klassenstufe 11.
Schüler werden innerhalb einer Woche didaktisch durch die Anleitung der Kollegen in die Rolle der Lehrer versetzt. Sie unterrichten Schüler einer Grundschule teilweise allein oder im Team und bekommen von den kleinen "Lehrertestern" in einem ausgearbeiteten Feedbackbogen den Spiegel ihrer Wirkung im Klassenraum.
Wir legen Wert auf die persönliche Gestaltung einer Unterrichtsstunde durch die Schüler unseres Gymnasiums. Jeder darf so sein wie er ist. Die Kollegen im Lehrerzimmer sind verschieden in ihrer Art zu unterrichten und moderieren im Projekt. Jeder trägt mit einem Mosaiksteinchen zum Ergebnis engagiert bei.
Wir besuchen jährlich zwei Grundschulen unseres Einzugsgebietes. Die GS Klingenthal ist jedes Jahr fest integriert. Vermittelt werden soll ein sensibles Bekanntmachen mit neuen Unterrichtsfächern, das Gefühl, dass gymnasiale Ansprüche zu meistern sind und natürlich die Freude am Vermitteln und Lehren neuen Wissens.
Das Projekt lehrt die Gymnasiasten, die Forderungen der Lehrer zu verstehen, weil sie nun selbst in die vermittelnde Position geraten. Emotionale Effekte, wie das Wiedersehen der ehemaligen Schüler an den Grundschulen und Begreifen ihres Entwicklungsstandes begleiten das Projekt liebevoll.
Vielleicht kann "Teacher for one day" dazu beitragen die Berufsentscheidung des einen  oder anderen zu bahnen, um den schwierigen Generationswechsel in Sachsens Klassenzimmern zu meistern.
Mögen die "Sehnsüchte" unsere Schüler treiben, ihre Entwicklung verantwortungsbewusst zu gestalten, unsere Kollegen können nur kompetente und offene Begleiter dazu sein.

( → Bilder )

 

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